Botanischer Name: Sambucus nigra
Familie: Caprifoliaceae - Geißblattgewächse
Anbau: Kontrolliert-biologischer Anbau
Pflanzenteil: Blüte
Herkunft: Ungarn
 
Holunder zum Räuchern
 
Holunderblüten verströmen einen feinen, warmen und honigartigen Rauch.
 
Eine ganz besondere Rolle spielt der Holunder im Ahnenkult. Er gilt als ein Baum, der Zugang zu den Ahnen gewährt, so dass man zu magischen Zeiten seine Ahnen um Rat und Hilfe befragen kann. Aber auch wenn wir mit einem Verstorbenen sehr eng verbunden waren, können wir in einer Räucherung die schönen Gefühle und Erinnerungen noch einmal erleben und mit dem aufsteigenden Rauch loslassen und Abschied nehmen. In früheren Zeiten diente der aufsteigende Rauch als Brücke zum Jenseits und man stellte sich vor, wie die Seele über den Rauch in das Licht kommt. Auch gab man den verstorbenen Familienmitgliedern Opfergaben, wie z.B. ein Schälchen Milch oder Bier, das man unter den Hausholunder stellte.
 
In Schutzräucherungen gehören sie zu den Helfern, die unsere emotionale Stärke hervorheben und so einen Schutz vor Neid und Missgunst anderer Menschen bieten. Eine Schutzräucherung kann wirkungsvolle positive Kräfte gegen kraftraubende Situationen (z.B. am Arbeitsplatz), übellaunige Menschen, emotionale Verstrickungen, aber auch gegen uns gerichtete negative Energien aufbauen.
 
Holunderblüten schärfen den Blick auf unser Seelenleben. Holunderblüten geben Konzentration, Ruhe und stärken unsere Intuition, so dass wir die Dinge zur richtigen Zeit angehen können. Denn meist sind wir in manchen Situationen so verhaftet und ungeduldig, dass jeder weitere Schritt uns weiter von unserem Ziel entfernt oder wir einfach aus der Situation heraus, das falsche Tun. Manches braucht einfach seine Zeit um zu reifen und erst wenn wir "gereift" und "gewachsen" sind, lassen sich solche Situationen ganz einfach auflösen.
 
Rituelle Anwendung
 
In früheren Zeiten stand in jedem Hof ein Holunderbusch. Er war nicht nur Hausapotheke, sondern auch ein magischer Schutzbaum, der Haus und Hof vor großem Schaden und Zauber bewahrte. Man glaubte, dass in ihm ein guter Schutzgeist innewohnte. Ehrfurchtsvoll verneigten sich die Bauern vor ihm und niemand wagte es diese Pflanze zu fällen oder in seinem Wuchs zurechtzuschneiden. Nach einem deutschen Volksspruch soll der Wanderer “vor dem Wacholder das Knie beugen und vor dem Holunder den Hut ziehen”, darin drückt sich die Bedeutung der Pflanze aus. Denn man glaubte, dass der Holunderbusch negative Energien, Unglück und Krankheit an sich zieht und diese Energien bannt. Sollte er aber gefällt werden, würden diese negativen Energien wieder freigesetzt und auf Haus und Hof übergehen.
 

Er ist auch die "Märchenpflanze der Frau Holle". Sie ist die Verkörperung der keltischen Totengöttin, die eine dunkle und eine helle Seite hat. Wer sie dunkel wahrnimmt, der ist vom Pech verfolgt oder dem Tode verfallen und wer sie von ihrer hellen Seite wahrnimmt, der erfährt Glück, Schutz und Geborgenheit. So hat sie in vielen Legenden, Sagen und Märchen ihren Platz, das bekannteste ist übrigens "Frau Holle" von den Brüder Grimm. Im Grunde wacht sie im Kreislauf von Tod und Wiedergeburt über diejenigen, die gestorben und zurück auf dem Weg ins Leben sind. Die Kelten verehrten die dunkle Mutter auch als die Göttin, die das Leben bringt. Und gerade zu dieser Zeit waren Geburt und Tod eng miteinander verknüpft. So lassen sich auch seine vielen volkstümlichen Namen erklären, wie Holler, Hollerbusch oder Frau Ellhorn.

Dabei darf man auch getrost in die Schwarz-weiß-Malerei verfallen. Denn die weißen Holunderblüten verkörpern ihre Lichtgestalt. Die weise Frau, die Güte, Erkenntnis und Weisheit ausstrahlt. Während die reifen schwarzen Beeren die Perchta verkörpern, die z.B. in den Rauhnächten mit Odin, der mit seinen im Krieg gefallenen Helden übers Land brauste und in alle Häuser und Ställe eindrang, wenn die Türen und Fenster nicht gut verschlossen sind. Aber ursprünglich war die wilde Jagd nicht das Symbol für Angst und Schrecken, sondern für Fruchtbarkeit und Wachstum. Es war die Zeit der magischen Augenblicke, in denen man verborgene Schätze finden oder in die Anderswelt übertreten konnte.

Dies ist ein Auszug aus meiner Publikation über die Holunderblüten. Die vollständige Beschreibung der Holunderblüten mit der Räuchermischung Frau Holle finden Sie in der Enzyklopädie der Räucherpflanzen.

 

Seit August 1999 gebe ich mein Wissen an Sie weiter!

Gabriela Stark, www.satureja.de

 

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